Identitätsdiebstahl im Netz ist ein wachsendes Problem, das auch in der Schweiz immer häufiger vorkommt. Lesen Sie hier, wie Sie Cyberkriminalität erkennen, welche Schritte Sie bei einem Verdacht unternehmen sollten und wie Sie sich effektiv vor einem Online-Betrug schützen können.
Identitätsdiebstahl bedeutet, dass jemand Ihre persönlichen Daten stiehlt, um in Ihrem Namen illegale Aktivitäten durchzuführen. Cyberkriminelle eröffnen so beispielsweise Bankkonten, beantragen Kredite oder kaufen im Internet ein. Diese missbräuchlichen Handlungen sind im Schweizerischen Strafgesetzbuch (StGB) unter dem Begriff Identitätsmissbrauch geregelt. Die unrechtmässige Nutzung personenbezogener Daten ist strafbar und kann mit hohen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden.
Besonders häufig kommt der Diebstahl von Kreditkartendaten vor, um online Einkäufe zu tätigen. Auch die Nutzung von persönlichen Daten, um ein Mobiltelefon unter falschem Namen zu registrieren, zählt zu den bekanntesten Beispielen von Identitätsdiebstahl. Anzeichen dafür können unbekannte Abbuchungen auf dem Bankkonto oder Mahnungen für Waren oder Dienstleistungen sein, die Sie nicht bestellt haben. Ebenfalls sollten Ihre Alarmglocken läuten, wenn Kreditanträge unerwartet abgelehnt werden oder sich Ihre Kreditwürdigkeit plötzlich ändert.
Cyberkriminelle treiben sich gerne auf Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram oder LinkedIn herum. Das Risiko eines Identitätsdiebstahls steigt hier stetig an. Dazu zählen etwa Phishing-Angriffe. Betrügende senden dabei gefälschte Nachrichten oder Links, die wie legitime Anfragen von Social-Media-Plattformen aussehen. Diese Nachrichten fordern Sie auf, Ihre Login-Daten einzugeben, wodurch die Kriminellen Zugang zu Ihren Konten erhalten. Eine andere bekannte Masche sind Profil-Klone. Dabei erstellen die Betrügenden ein falsches Profil mit Ihren Bildern und Informationen, um Ihre Freunde und Kontakte zu täuschen. Diese bitten Sie dann, ihnen Geld zu leihen oder vertrauliche Informationen preiszugeben. Nicht zuletzt können Cyberkriminelle auch Ihre Profile nach persönlichen Informationen wie Geburtstagen, Wohnorten oder Arbeitgebern durchsuchen, um Ihre Identität zu stehlen und missbräuchlich zu verwenden.
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Identität gestohlen wurde, überprüfen Sie als erstes Ihre Konten auf ungewöhnliche Aktivitäten. Setzen Sie sich sofort mit Ihrer Bank, Ihrem Kreditkartenunternehmen oder den Social-Media-Plattformen in Verbindung und ändern Sie Ihre Passwörter für alle betroffenen Konten. Zudem ist es wichtig, den Identitätsdiebstahl bei der Polizei anzuzeigen. Dies können Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle tun oder online eine Anzeige erstatten. Die Polizei wird den Fall untersuchen und Ihnen helfen, weitere Schritte zu unternehmen.
Werden Sie trotz aller Vorsichtsmassnahmen Opfer eines Identitätsdiebstahls, gibt es in der Schweiz mehrere Anlaufstellen, die Ihnen helfen können:
Im Ernstfall unterstützt die Cyberversicherung mit finanziellen und rechtlichen Hilfestellungen. Sie erstattet die Kosten, die durch einen Identitätsdiebstahl entstehen, wie Anwalts- und Gerichtskosten. Sie hilft bei rechtlichen Schritten zur Wiederherstellung Ihrer Identität. Und sie verschafft Ihnen Zugang zu psychologischer Unterstützung, um den emotionalen Stress durch einen Identitätsdiebstahl zu bewältigen.